Symbolbild KI-generiert zum Update 7.1 von WordPress

WordPress 7.1 ist da: Das bringt das große Update

Mit WordPress 7.1 steht das zweite große WordPress-Update des Jahres 2026 zur Verfügung. Die neue Version bringt zahlreiche Neuerungen für den Block- und Site-Editor, erweitert die Möglichkeiten für Responsive Design deutlich, verbessert die Zusammenarbeit im Editor und überarbeitet den Umgang mit Bildern und anderen Mediendateien. Gleichzeitig gibt es einige technische Änderungen, die insbesondere Entwickler von Themes und Plugins beachten sollten.

WordPress 7.1 fällt dabei deutlich umfangreicher aus, als es die Versionsnummer 7.1 zunächst vermuten lässt. Nach Angaben des WordPress-Projekts wurden mehr als 180 Fehler im WordPress-Core, über 630 Gutenberg-Bugs, rund 100 Core-Erweiterungen und Feature Requests sowie mehr als 20 weitere Entwicklungsaufgaben für die neue Version abgeschlossen.

Für Betreiber normaler Websites sind vor allem die neuen Responsive-Funktionen, die Verbesserungen bei Medien, die überarbeitete Navigation im Backend und zahlreiche Detailverbesserungen interessant. Für Entwickler sind unter anderem der nun konsequent in einem iframe laufende Editor, neue APIs sowie Änderungen an jQuery UI relevant.

Responsive Design wird endlich Teil des Editors

Eine der wichtigsten Neuerungen von WordPress 7.1 betrifft das responsive Styling von Blöcken. Viele Anpassungen, die bisher zusätzliche CSS-Regeln oder Funktionen eines Page Builders erforderten, können nun direkt über das WordPress-Styling-System abgebildet werden.

Neben dem normalen Basis-Stil können für Blöcke eigene Einstellungen für Tablet und Smartphone definiert werden. Unterstützt werden unter anderem Typografie, Farben, Hintergründe, Rahmen, Abmessungen, Abstände und Layout-Einstellungen. Die Anpassungen können sowohl über die globalen Styles eines Block-Themes als auch direkt bei einzelnen Blöcken gespeichert werden.

Standardmäßig verwendet WordPress zwei Breakpoints:

  • Mobile: bis 480 Pixel
  • Tablet: über 480 bis 782 Pixel

Theme-Entwickler können diese Werte über theme.json verändern. Dabei werden neben Pixeln auch em und rem unterstützt. Für Desktop gibt es keinen eigenen Breakpoint – die normalen Einstellungen eines Blocks fungieren als Basis und werden auf kleineren Bildschirmgrößen bei Bedarf überschrieben.

Damit rückt der WordPress-Editor bei einem Punkt deutlich näher an klassische Page Builder heran: Unterschiedliche Schriftgrößen, Abstände oder Layout-Werte für Desktop, Tablet und Smartphone lassen sich erstmals systematisch innerhalb der WordPress-eigenen Styling-Architektur verwalten.

Hover-, Focus- und Active-Zustände ohne eigenes CSS

Eng mit den neuen Responsive-Funktionen verbunden sind sogenannte Pseudo States. Damit können Elemente abhängig von ihrem aktuellen Zustand unterschiedlich gestaltet werden.

WordPress 7.1 unterstützt unter anderem:

  • Hover
  • Focus
  • Focus Visible
  • Active

Die Unterstützung ist zum Start allerdings noch nicht für sämtliche Blöcke verfügbar. WordPress konzentriert sich zunächst vor allem auf Buttons und Navigationslinks. Beispielsweise lässt sich damit direkt im Editor festlegen, dass ein Button beim Überfahren mit der Maus eine andere Hintergrund- oder Textfarbe erhält.

Theme-Entwickler erhalten darüber hinaus die Möglichkeit, solche Zustände über theme.json zu definieren und sogar mit Responsive-Einstellungen zu kombinieren. So kann beispielsweise der Hover-Zustand eines Buttons auf Smartphones anders aussehen als am Desktop.

Auch der aktuelle Eintrag einer Navigation kann über einen neuen benutzerdefinierten Status gestaltet werden. Diese Funktion steht derzeit allerdings nur Theme-Entwicklern über theme.json zur Verfügung.

Zusätzlich erweitert WordPress 7.1 die Global Styles um Textschatten und weitere Styling-Möglichkeiten. Insgesamt gehört der Ausbau der Design-Werkzeuge damit zu den wichtigsten Bestandteilen des Updates.

Notes werden zu einem brauchbaren Werkzeug für Teams

Auch die mit früheren Versionen eingeführten Notes wurden deutlich ausgebaut. Sie sollen die Zusammenarbeit von Redakteuren, Entwicklern und Kunden direkt innerhalb des Editors erleichtern.

Kommentare beziehungsweise Anmerkungen können nun nicht mehr nur an einen kompletten Block gekoppelt werden. Eine Note kann beispielsweise direkt an einer bestimmten Textstelle oder über mehrere Blöcke hinweg hinterlegt werden.

Neu sind außerdem unter anderem:

  • mehrere getrennte Diskussionen innerhalb desselben Blocks
  • @Mentions anderer Benutzer
  • Benachrichtigungen bei Erwähnungen
  • Fett- und Kursivformatierung
  • Links
  • Code-Formatierungen
  • lange Kommentare, die ein- und ausgeklappt werden können

Damit lassen sich Korrektur- und Freigabeprozesse zunehmend direkt innerhalb von WordPress erledigen, ohne Feedback zwingend über E-Mail oder externe Projektmanagement-Systeme auszutauschen.

Eine wichtige Abgrenzung gibt es allerdings: Echte Echtzeit-Zusammenarbeit ist in WordPress 7.1 weiterhin nicht aktiviert. Mehrere Benutzer können also noch nicht wie beispielsweise bei Google Docs gleichzeitig denselben Beitrag bearbeiten. Die Funktion wurde während der Entwicklung von WordPress 7.1 intensiv getestet, letztlich aber bewusst noch nicht für den produktiven Einsatz freigegeben.

Bilder werden teilweise direkt im Browser verarbeitet

Eine der technisch interessantesten Änderungen betrifft den Upload von Bildern.

WordPress hat die Bildverarbeitung traditionell größtenteils auf dem Webserver erledigt. Nach einem Upload erzeugen PHP und eine Bibliothek wie Imagick oder GD beispielsweise verschiedene Bildgrößen und Vorschaubilder.

Komprimierung, Skalierung und Thumbnail-Erzeugung können nun im Browser stattfinden. Dazu verwendet WordPress eine auf WebAssembly basierende Variante der Bildbibliothek libvips.

Komprimierung, Größenänderung, Zuschneiden, Formatkonvertierung, EXIF-Rotation und die Erstellung der verschiedenen WordPress-Bildgrößen können damit auf dem Rechner des Benutzers stattfinden, bevor die fertigen Dateien auf den Server übertragen werden.

Das kann insbesondere bei schwächeren Hosting-Paketen Vorteile bringen, weil weniger Arbeitsspeicher und CPU-Leistung des Webservers für die Bildverarbeitung benötigt werden.

Verbesserte Unterstützung für HEIC, AVIF und HDR

Die neue clientseitige Verarbeitung erweitert gleichzeitig die Unterstützung moderner Bildformate.

HEIC- beziehungsweise HEIF-Bilder, wie sie beispielsweise von iPhones erzeugt werden, können im Browser verarbeitet und vor dem Upload in ein webtaugliches JPEG umgewandelt werden. Das ursprüngliche HEIC-Bild kann dabei als Quelldatei erhalten bleiben.

Auch AVIF-Bilder lassen sich verarbeiten, selbst wenn die Bildbibliothek des Servers keine AVIF-Unterstützung anbietet.

Darüber hinaus unterstützt WordPress 7.1 moderne HDR-Bilder mit sogenannten Gain Maps. Bei entsprechenden UltraHDR-JPEGs versucht WordPress die HDR-Informationen auch bei den erzeugten Vorschaubildern zu erhalten.

Animierte GIFs können zu Videos werden

Auch animierte GIF-Dateien bekommen eine interessante Sonderbehandlung.

Geeignete animierte GIFs können bereits beim Upload im Browser in eine wesentlich effizientere MP4- oder WebM-Videodatei umgewandelt werden. Das ursprüngliche GIF bleibt dabei als Medieneintrag erhalten. WordPress erzeugt zusätzlich ein Video und ein Vorschaubild und kann im Editor auf eine entsprechende Video-Variante wechseln.

Für Besucher verhält sich die Animation weiterhin wie ein GIF: Sie startet automatisch, läuft in einer Schleife und ist stumm. Technisch wird allerdings ein normales HTML5-Video ausgeliefert, wodurch die übertragene Datenmenge deutlich kleiner ausfallen kann. Transparente GIFs werden nicht automatisch konvertiert.

Stabilere Uploads bei Verbindungsproblemen

WordPress 7.1 zerlegt die Übertragung erzeugter Bildgrößen in einzelne Upload-Vorgänge.

Scheitert eine Übertragung kurzfristig, versucht WordPress sie automatisch erneut. Wird die Internetverbindung vollständig unterbrochen, kann der Upload pausieren und nach Wiederherstellung der Verbindung fortgesetzt werden. Ein kompletter Upload muss dadurch bei einer kurzen Netzwerkstörung nicht unbedingt von vorne beginnen.

Die vollständige clientseitige Bildverarbeitung steht allerdings nicht in jedem Browser zur Verfügung. WordPress nennt insbesondere aktuelle Chromium-Browser wie Chrome und Edge ab Version 137 als vollständig unterstützte Plattformen. In Firefox und Safari fällt WordPress gegebenenfalls auf die traditionelle serverseitige Bildverarbeitung zurück. Für den Benutzer soll dies weitgehend transparent erfolgen.

Neuer Medieneditor und intelligentere Galerien

Auch die Bedienung der Medienfunktionen wurde überarbeitet. Für die Bildbearbeitung steht ein eigener Media Editor zur Verfügung, der Funktionen wie Zuschneiden, Drehen und die Bearbeitung von Metadaten übersichtlicher zusammenfasst.

Galerien können zudem besser mit Medien umgehen, die bereits mit einem Beitrag verbunden sind. Im Editor werden zu einem Beitrag gehörende Bilder leichter auffindbar, wodurch bereits hochgeladene Dateien nicht erneut in der gesamten Mediathek gesucht werden müssen.

Mediathek verwendet standardmäßig Infinite Scrolling

Eine weitere sichtbare Änderung betrifft die Rasteransicht der Mediathek.

WordPress 7.1 aktiviert dort standardmäßig Infinite Scrolling. Beim Scrollen werden automatisch weitere Mediendateien geladen. Der bisherige Ablauf mit dem manuellen Nachladen weiterer Ergebnisse ist damit nicht mehr der Standard.

Wer das nicht möchte, kann das Verhalten in seinem Benutzerprofil deaktivieren.

Diese Änderung ist allerdings nicht unumstritten. Das WordPress-Accessibility-Team bezeichnet Infinite Scrolling selbst als problematisches beziehungsweise nicht barrierefreies Interaktionsmuster. Aus diesem Grund gibt es die Möglichkeit, die Funktion pro Benutzer beziehungsweise über einen Filter wieder zu deaktivieren. Eine weitergehende Überarbeitung der Mediathek ist für kommende WordPress-Versionen vorgesehen.

Neue Playlist- und Tabs-Blöcke

WordPress 7.1 erweitert außerdem das Angebot an Core-Blöcken.

Neu ist ein Playlist-Block, mit dem mehrere Audiodateien ohne zusätzliches Plugin zu einer Wiedergabeliste zusammengefügt werden können. Neben einer Trackliste steht eine interaktive Wellenformdarstellung zur Verfügung. Darstellung, Farben, Titelbilder, Künstler, Tracknummern und weitere Informationen können angepasst werden.

Ebenfalls neu ist der Tabs-Block. Damit lassen sich Inhalte in mehreren Registerkarten organisieren. Die Tabs sind miteinander verknüpft, können umsortiert werden und unterstützen eine Bedienung über die Tastatur.

Damit werden zwei Funktionen Bestandteil des WordPress-Core, für die bislang häufig zusätzliche Block-Sammlungen oder Page Builder benötigt wurden.

Hintergrundbilder und Farbverläufe können kombiniert werden

Verbessert wurde auch die Hintergrundgestaltung verschiedener Blöcke.

Bislang konnte ein Hintergrundbild einen zusätzlich gesetzten Farbverlauf überschreiben. WordPress 7.1 kann beide Ebenen miteinander kombinieren.

Die Änderung betrifft unter anderem:

  • Gruppe
  • Vers
  • Accordion
  • Pullquote
  • Beitragsinhalt
  • Zitat

Dadurch lassen sich beispielsweise Bilder mit darüberliegenden Farbverläufen erstellen, ohne dafür eigenes CSS verwenden zu müssen.

Zusätzlich führt WordPress einen neuen Block-Support für Mindestbreiten ein, den Block-Entwickler für eigene Blöcke aktivieren können.

Bilder können ausdrücklich als dekorativ markiert werden

Eine kleine, aber für barrierefreie Websites wichtige Neuerung findet sich beim Bild-Block.

Bilder können nun ausdrücklich als dekorativ markiert werden. WordPress sorgt anschließend dafür, dass Screenreader das entsprechende Bild ignorieren.

Die Einstellung sollte ausschließlich für Bilder verwendet werden, die keinerlei inhaltliche Information transportieren. Bei normalen Fotos, Diagrammen oder Produktabbildungen bleibt ein sinnvoll formulierter Alt-Text weiterhin erforderlich.

Custom-HTML-Block wird flexibler

Interessant für Entwickler und fortgeschrittene Anwender ist die Erweiterung des Custom-HTML-Blocks.

Innerhalb einer ansonsten statischen HTML-Struktur können nun normale WordPress-Blöcke eingebettet und weiterhin visuell bearbeitet werden. Der umgebende HTML-Code bleibt bestehen, während beispielsweise ein darin enthaltener Absatz als WordPress-Block bearbeitbar bleibt.

WordPress sieht darin unter anderem einen möglichen Anwendungsfall für HTML-Strukturen, die von KI-Systemen erzeugt wurden. Eingebettete Blöcke sind dabei bewusst eingeschränkt und können innerhalb der Struktur nicht beliebig verschoben oder entfernt werden.

Auch der Umgang mit Shortcodes wurde verbessert. Für bekannte Shortcodes kann WordPress passende Block-Transformationen anbieten. Ältere Inhalte lassen sich dadurch leichter von Shortcodes auf entsprechende Core-Blöcke umstellen.

Die Admin-Leiste bleibt auch im Editor sichtbar

Eine weitere auffällige Änderung betrifft die Navigation.

Die WordPress-Toolbar beziehungsweise Admin-Leiste bleibt nun auch innerhalb unterstützter Editor-Ansichten verfügbar. Dadurch entsteht ein konsistenterer Wechsel zwischen Website, Backend, Site Editor und Block Editor.

Gerade bei häufigem Wechsel zwischen Frontend, Seitenbearbeitung und administrativen Bereichen dürfte dies den Arbeitsablauf vereinfachen.

Verbesserte Befehlspalette

Auch die mit Strg+K beziehungsweise Cmd+K erreichbare Befehlspalette wurde überarbeitet.

Suchergebnisse werden nun in Kategorien wie zuletzt verwendete Befehle, passende Ergebnisse und Vorschläge unterteilt. Kürzlich ausgeführte Befehle können gespeichert werden und stehen dadurch bei späteren Sitzungen schneller zur Verfügung.

Site Editor übernimmt das gewählte Farbschema

Wer unter WordPress ein alternatives Admin-Farbschema verwendet, bekommt dieses nun konsistenter angezeigt.

Der Site Editor orientiert sich in WordPress 7.1 ebenfalls am ausgewählten Backend-Farbschema, statt unabhängig davon eine fest definierte Darstellung zu verwenden.

Darüber hinaus bündelt ein neuer Bereich für die Website-Identität Einstellungen wie Website-Titel, Untertitel und Website-Icon an einer besser auffindbaren Stelle im Site Editor.

Verbesserungen bei Revisionen und Kommentaren

Die mit WordPress 7.0 eingeführte visuelle Darstellung von Revisionen wird ebenfalls weiter verfeinert. Insbesondere Autosaves werden besser in die Versionshistorie integriert. Ein Hinweis auf eine automatisch gespeicherte Version kann direkt zur entsprechenden visuellen Revision führen.

Auch die Kommentarverwaltung erhält eine praktische Ergänzung: Die Zuordnung einer Antwort zu ihrem übergeordneten Kommentar kann direkt im Backend geändert werden. Eine falsch einsortierte Antwort lässt sich damit einem anderen Kommentar zuordnen oder wieder zu einem normalen Hauptkommentar machen, ohne dafür direkt in der Datenbank arbeiten zu müssen.

Bei Beiträgen und Seiten ohne Titel kann die kompakte Listenansicht außerdem einen gekürzten Textauszug anzeigen, damit solche Einträge leichter voneinander unterschieden werden können.

Mehr Verbesserungen bei der Barrierefreiheit

WordPress 7.1 enthält zahlreiche weitere Änderungen im Bereich Accessibility.

Verbessert wurden unter anderem Fokuszustände, Screenreader-Unterstützung, Beschriftungen und Strukturen verschiedener Backend-Tabellen sowie Installations- und Administrationsoberflächen. Das WordPress-Team nennt insgesamt 44 Accessibility-Verbesserungen und Fehlerkorrekturen im Core.

Neu ist außerdem eine zentrale Tooltip-Funktion für WordPress. Entwickler können damit zusätzliche Informationen oder sichtbare Beschriftungen für reine Icon-Schaltflächen barrierefreier umsetzen, ohne ausschließlich auf problematische HTML-title-Attribute oder Mausinteraktionen angewiesen zu sein.

Der Beitragseditor läuft jetzt konsequent in einem iframe

Eine der wichtigsten technischen Änderungen von WordPress 7.1 dürfte für die meisten normalen Benutzer unsichtbar bleiben.

Der Block-Editor läuft jetzt grundsätzlich innerhalb eines iframe. In WordPress 7.0 hing dies noch davon ab, welche Block-API-Versionen von den verwendeten Blöcken unterstützt wurden. Ein älterer Block konnte dazu führen, dass WordPress wieder auf den nicht isolierten Editor wechselte.

Mit WordPress 7.1 entfällt diese Sonderbehandlung. Der Beitragseditor läuft unabhängig vom Theme und von den verwendeten Block-Versionen im iframe.

Für WordPress selbst sorgt das für ein konsistenteres Rendering und eine bessere Trennung zwischen Backend-Oberfläche und dem eigentlichen Seiteninhalt.

Für Entwickler kann die Änderung allerdings Anpassungen erforderlich machen. Besonders Plugins oder individuelle Blöcke, deren JavaScript oder CSS direkt auf Elemente außerhalb beziehungsweise innerhalb des Editor-Dokuments zugreift, sollten mit WordPress 7.1 getestet werden. Ältere Block-Implementierungen sollten auf Block API Version 3 aktualisiert werden.

Gerade bei Websites mit umfangreichen Editor-Erweiterungen, individuellen Blocks oder älteren Plugins ist dies einer der wichtigsten Punkte, die vor einem Produktiv-Update getestet werden sollten.

Neue SVG Icon API

WordPress 7.1 führt außerdem eine standardisierte SVG Icon API ein.

Themes und Plugins können darüber eigene Icons registrieren und für unterstützte Editor-Komponenten bereitstellen. Damit entsteht erstmals eine gemeinsame WordPress-Infrastruktur für Icon-Sammlungen, anstatt dass Erweiterungen jeweils eigene Lösungen implementieren müssen.

Abilities API wird weiter ausgebaut

Auch die sogenannte Abilities API erhält mit WordPress 7.1 weitere Funktionen.

Die API beschreibt strukturiert, welche Aktionen beziehungsweise Fähigkeiten eine WordPress-Installation zur Verfügung stellt. Dadurch können Plugins, externe Anwendungen und auch KI-Systeme Funktionen einer Website einfacher erkennen und kontrolliert aufrufen.

WordPress 7.1 ergänzt unter anderem verbesserte Filtermöglichkeiten, zusätzliche Hooks für den Ausführungsprozess, Validierungsmöglichkeiten, ein einheitlicheres Kennzeichen für öffentlich zugängliche Fähigkeiten sowie für externe Clients besser nutzbare JSON-Schemas.

Für normale Website-Betreiber ändert sich dadurch zunächst wenig. Langfristig ist die API aber ein wichtiger technischer Baustein für stärker automatisierte WordPress-Systeme und KI-Integrationen.

DataViews und DataForm werden weiter ausgebaut

Auch die technische Grundlage neuer Verwaltungsoberflächen wird weiterentwickelt.

DataViews und DataForm bilden zunehmend die Basis für moderne Listen-, Formular- und Verwaltungsansichten in WordPress. WordPress 7.1 erweitert diese APIs und ermöglicht Entwicklern unter anderem mehr Kontrolle über Ansichten im Site Editor.

Damit setzt WordPress den schrittweisen Umbau seiner teilweise seit vielen Jahren bestehenden Administrationsoberfläche fort.

Neues Fundament für das WordPress Design System

WordPress 7.1 integriert außerdem weitere Grundlagen für ein einheitlicheres Design-System.

Dazu gehören gemeinsame Design-Tokens und ein stabiles Theme-System für moderne WordPress-Komponenten. Ziel ist es, dass zukünftige Administrationsoberflächen, Editor-Komponenten und Erweiterungen auf dieselben grundlegenden Abstände, Größen, Farben und Designregeln zurückgreifen können.

Für Benutzer sind diese Änderungen zunächst eher indirekt sichtbar. Für die langfristige Modernisierung des WordPress-Backends sind sie jedoch relevant.

jQuery UI wird auf Version 1.14.2 aktualisiert

WordPress 7.1 aktualisiert die mitgelieferte Version von jQuery UI von 1.13.3 auf 1.14.2.

Die neue Version unterstützt Internet Explorer und den alten Microsoft Edge nicht mehr. WordPress aktiviert weiterhin einen Kompatibilitätsmodus für ältere jQuery-UI-APIs, einige veraltete Funktionen wurden jedoch entfernt.

Für aktuelle Plugins dürfte das in den meisten Fällen keine Auswirkungen haben. Sehr alte Erweiterungen oder individuelle Backend-Lösungen, die direkt auf ältere jQuery-UI-Funktionen zugreifen, sollten jedoch getestet werden.

Was es entgegen früheren Ankündigungen nicht in WordPress 7.1 geschafft hat

Während der Entwicklung wurden einige Funktionen für WordPress 7.1 diskutiert oder bereits getestet, später aber wieder aus dem Release entfernt.

Besonders wichtig: Der Classic Block bleibt weiterhin im Block-Inserter verfügbar. Ursprünglich sollte er dort standardmäßig ausgeblendet werden, diese Änderung wurde nach Diskussionen und Tests jedoch wieder zurückgenommen.

Auch das Upgrade auf React 19 wurde verschoben und bleibt vorerst ein Experiment im Gutenberg-Plugin.

Die bereits erwähnte Echtzeit-Zusammenarbeit ist ebenfalls noch nicht Bestandteil des normalen WordPress-7.1-Betriebs.

Nicht enthalten ist außerdem das während der Beta-Phase angekündigte Dashboard-Widget „On This Day“, das ältere Beiträge desselben Kalendertages anzeigen sollte. Die Funktion wurde während der Entwicklung wieder aus WordPress 7.1 entfernt.

Sollte man WordPress 7.1 sofort installieren?

Wie bei jedem großen WordPress-Update sollten produktive Websites nicht vollkommen unvorbereitet aktualisiert werden.

Vor dem Update empfehlen wir:

  1. WordPress-Plugins und Themes auf den aktuellen Stand bringen.
  2. Ein vollständiges Backup von Dateien und Datenbank erstellen.
  3. Bei geschäftskritischen Websites das Update zunächst auf einer Staging- oder Testumgebung installieren.
  4. Backend und Frontend kontrollieren.
  5. Den Block-Editor und vorhandene individuelle Blöcke testen.
  6. Bilder hochladen und die Medienverarbeitung kontrollieren.
  7. Formulare, Shop-Funktionen und andere wichtige Plugins testen.
  8. Browser-Konsole und PHP-Fehlerprotokoll auf neue Warnungen oder Fehler überprüfen.

WordPress selbst empfiehlt für den Versionswechsel ausdrücklich Tests mit verwendeten Themes, Plugins, benutzerdefinierten Blöcken, Medienfunktionen, Formularen und externen Integrationen.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen bei WordPress 7.1 ältere Editor-Erweiterungen und eigene Block-Lösungen. Durch den nun konsequent im iframe laufenden Beitragseditor besteht hier ein größeres Kompatibilitätspotenzial als bei vielen rein kosmetischen WordPress-Updates.

Fazit

WordPress 7.1 ist ein ungewöhnlich umfangreiches Zwischen-Release. Vor allem die neuen Responsive-Einstellungen und die Unterstützung für Hover-, Focus- und Active-Zustände schließen einige der größten funktionalen Lücken des nativen Block-Editors.

Ebenfalls interessant ist die neue clientseitige Medienverarbeitung. Die Verarbeitung moderner Bildformate, robustere Uploads und die Möglichkeit, rechenintensive Bildoperationen vom Webserver auf den Browser zu verlagern, verändern einen zentralen technischen Bestandteil von WordPress.

Dazu kommen neue Core-Blöcke, eine bessere Navigation im Backend, umfangreichere Notes, zahlreiche Accessibility-Verbesserungen und wichtige neue APIs für Entwickler.

Gleichzeitig zeigt WordPress bei einigen Funktionen bewusst Zurückhaltung: Echtzeit-Zusammenarbeit, React 19 und mehrere während der Entwicklung diskutierte Features wurden nicht auf Biegen und Brechen in die finale Version aufgenommen.

Für Website-Betreiber bedeutet das: WordPress 7.1 ist ein empfehlenswertes Update, sollte bei umfangreichen oder geschäftskritischen Installationen aber wie jedes größere Core-Update zunächst kontrolliert getestet werden.

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