Nachdem Version 6.9 den Grundstein gelegt hat, markiert WordPress 7.0 den offiziellen Höhepunkt von Gutenberg Phase 3. Für Webdesigner und Entwickler bedeutet das nicht nur neue Blöcke, sondern eine fundamentale Änderung in der Art und Weise, wie wir und unsere Kunden mit dem Backend interagieren.
Release-Zeitplan: Was steht an?
WordPress 7.0 ist offiziell für den 9. April 2026 geplant. Die Beta-Phase startet bereits im Februar 2026, sodass ausreichend Zeit bleibt, Themes und Plugins auf Kompatibilität zu testen. Damit kehrt WordPress zum gewohnten Rhythmus mit drei größeren Releases pro Jahr zurück.
Wichtige Termine:
- Beta 1: 19. Februar 2026
- RC 1: 19. März 2026
- Final: 09. April 2026: Offizieller Release von WordPress 7.0
- Weitere Releases 2026: Version 7.1 (August) und 7.2 (Dezember)
Hier sind die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
1. Echtzeit-Kollaboration (Phase 3 Core)
Das Herzstück von 7.0 ist die Einführung von Multi-User-Editing. Was wir von Google Docs kennen, zieht nun nativ in den WordPress-Editor ein:
- Live-Cursor & Präsenz-Indikatoren: Du siehst in Echtzeit, an welchem Block ein Kollege gerade arbeitet.
- Notes & Kommentare: Ein neues, natives Kommentarsystem ermöglicht es, Feedback direkt an spezifischen Blöcken zu hinterlassen – inklusive
@-Mentionsund Benachrichtigungen. - Vorschlagsmodus: Änderungen können vorgeschlagen und von Administratoren freigegeben werden, ohne den Live-Content sofort zu überschreiben.
2. Admin-Redesign: DataViews & DataForms
Die klassischen, statischen Tabellen-Listen im Backend (Posts, Pages, Media) gehören bald der Vergangenheit an.
- Flexible Ansichten: Mit den neuen DataViews lassen sich Inhalte im Site-Editor filtern, sortieren und gruppieren, ohne dass die Seite neu geladen werden muss.
- Quick Edit 2.0: Ein überarbeitetes Side-Panel ermöglicht extrem schnelle Anpassungen von Metadaten direkt in der Listenansicht.
- Isolierter Editor: Um Konflikte mit Drittanbieter-Skripten zu vermeiden, wird der Editor weiter vom restlichen Admin-UI isoliert – ein Segen für die Stabilität komplexer Setups.
3. Webdesign-Features & Block-Updates
Für das tägliche Design-Handwerk liefert 7.0 präzisere Werkzeuge:
- Responsive Breakpoint-Controls: Endlich gibt es im Core spezifischere Steuerungsmöglichkeiten für unterschiedliche Viewports, um Layouts ohne Custom CSS noch feiner zu tunen.
- Neue Core-Blöcke: Erwartet werden lang ersehnte Blöcke wie Tabs (Registerkarten) und Breadcrumbs, die bisher oft über Plugins gelöst werden mussten.
- Erweiterte Block-Optionen: Bestehende Blöcke werden flexibler und leistungsfähiger. Neue vorgefertigte Muster (Patterns) ermöglichen schnelleres Arbeiten ohne Qualitätsverluste.
- Verbessertes Drag & Drop: Die WYSIWYG-Erfahrung wird konsequent weiterentwickelt. Das Verschieben und Anordnen von Blöcken funktioniert intuitiver, mit besserer visueller Rückmeldung.
- Block-Sperren: Redakteure können gezielt Bereiche schützen, um versehentliche Änderungen zu verhindern. Gerade bei komplexen Layouts oder wenn mehrere Personen am gleichen Content arbeiten, ist dies ein echter Produktivitätsgewinn.
- Grid-Block-Verbesserungen: Der Grid-Block unterstützt nun gleichzeitig minimale Spaltenbreiten und definierte Spaltenanzahlen – mehr Kontrolle für responsive Layouts.
- PHP-Blockregistrierung: Entwickler können Blöcke jetzt komplett ohne JavaScript registrieren – nur mit PHP. Das vereinfacht wartbare Backend-Projekte erheblich und reduziert Build-Komplexität.
- Anpassbare Navigation-Overlays: Mobile Navigationsmenüs lassen sich jetzt über Blöcke und Patterns vollständig anpassen. Flexibilität für professionelle Menü-Erlebnisse ohne zusätzliche Plugins.
- Grid-Layout-Verbesserungen: Das native CSS-Grid-System in WordPress wird intuitiver und erlaubt komplexere Verschachtelungen direkt per Drag-and-Drop.
4. Unter der Haube: Performance & Technik
Für alle IT-Spezialisten dürften diese Punkte besonders interessant sein:
- PHP-Anforderungen: Während PHP 7.4 oft noch als Minimum toleriert wird, ist WordPress 7.0 massiv auf PHP 8.2+ optimiert.
- Interactivity API & Abilities API: Diese neuen Schnittstellen ermöglichen flüssigere Front-end-Erlebnisse und eine feingranulare Rechteverwaltung für Plugins.
- Client-side Media Handling: Verbesserungen beim lokalen Bearbeiten und Optimieren von Medien direkt im Browser, bevor sie auf den Server geladen werden.
- Optimierte Datenbankabfragen: Weniger und effizientere Queries reduzieren die Serverlast spürbar. WordPress.org spricht von bis zu 40% schnelleren Ladezeiten.
- Verbessertes Caching: Bessere Integration mit Object-Caching-Lösungen wie Redis und Memcached.
- Lazy Loading für Blöcke: Blöcke werden erst bei Bedarf geladen, was besonders bei langen Seiten mit vielen Elementen einen Unterschied macht.
- Reduzierte Asset-Größe: Core CSS/JS-Dateien wurden weiter optimiert und verkleinert.
- Schnellerer Admin-Bereich: Das Backend reagiert flüssiger, was bei täglicher Arbeit sofort spürbar ist.
5. WordPress 7.0 verstärkt den Fokus auf Accessibility
- Verbesserte Screenreader-Integration
- Optimierte Tab-Navigation
- Spezielle Features und Blöcke für mehr Inklusion
- Compliance mit aktuellen WCAG-Standards
Unser Fazit
WordPress 7.0 ist kein reines Feature-Update, sondern transformiert das CMS in eine moderne Kollaborations-Plattform. Besonders die DataViews im Backend werden unseren Workflow bei der Verwaltung großer Portale massiv beschleunigen.
Wichtig für den Release-Tag: Testet eure Staging-Umgebungen schon frühzeitig mit dem Beta-Release ab dem 19. Februar, da die Änderungen am Admin-UI und die neuen APIs tiefgreifend sind.



